Hans Mechler arbeitete 50 Jahre bei Elektro-Klein

„Kind, aus dir soll etwas ordentliches werden“, so klingen die Worte seiner Eltern Hans (Hannes) Mechler bestimmt noch ab und zu in den Ohren. 1943 inmitten des Krieges in Bensheim geboren, begann er 1958 deshalb eine Elektrikerlehre bei seinem Cousin Heinz Klein. Dieser hatte sich gerade selbstständig gemacht und konnte Unterstützung gut gebrauchen. Gearbeitet wurde damals fast ohne Maschinen, also nichts mit Hilti und Co. Die Schlitze wurden feinsäuberlich mit Hammer und Meisel geschlagen. Die Bögen mussten genau stimmen sonst gab es einen Tritt vom Gesellen. 1962 absolvierte er die Gesellenprüfung und musste anschließend zur Bundeswehr. Hier machte er den LKW-Führerschein und liebäugelte kurz mit dem Gedanken, LKW-Fahrer und Abenteurer zu werden. Schließlich entschied er sich doch für das Abenteuer Elektriker und zwar weiterhin bei seinem Cousin und Freund Heinz. Zwischenzeitlich war er ein Mitglied der Bensheimer Feuerwehr geworden. 1969 heiratete er seine Frau Hilde und damit auch ein bisschen Bauerei, auch hier war er ständig am helfen und glänzte als Geburtshelfer von Kälbern und als Maschinist beim Zuckerrüben laden.
1983 verstarb nach schwerer Krankheit Heinz Klein. Sohn Romed war gerade erst ein Jahr in der väterlichen Firma als Azubi tätig und stand vor der Frage, wie es weiter gehen soll. Da er wusste, das Hannes ihn voll unterstützen würde, machte er weiter. Hannes war für ihn ein väterlicher Freund, der ihm mit Rat und Tat zur Seite stand. Fragen wie „Hannes, wie machen wir das?“ oder „Hannes, kriegen wir das hin?“ waren an der Tagesordnung. Aus den beiden wurde ein starkes Team. Als Romed später auf die Meisterschule ging war Hannes der Mann, der die Baustellen überwachte und sich kümmerte, wo es nötig war. Alles musste so reibungslos wie möglich klappen, Reklamationen vermieden oder, falls doch welche entstanden, möglichst schnell und unauffällig abgearbeitet werden. Die Firma wuchs und das Aufgabengebiet erweiterte sich. Und Hannes bildete sich stets weiter. Mittlerweile war er Bauleiter der Firma geworden und musste sich so mit Kunden, Architekten und Leiharbeitern auseinandersetzen. Ein nicht immer einfacher Job, doch mit Hilde als harmonischen Ausgleich zu Hause konnte er diesen Stress gut wegstecken.
Er war Bindeglied zwischen Montage und Büro und hat vieles dazwischen abgefedert, um Unruhen zu vermeiden. Von 1987 bis 2008 hat er sich als Gesellenvertreter im Prüfungsausschuss der Innung maßgeblich um den Elektriker-Nachwuchs gekümmert. Auch bei der Feuerwehr war er unermüdlich im Einsatz und wurde nach der Waldbrandkatastrophe im Ried hoch dekoriert.
Bei der großen Verabschiedungsfeier gab es allerhand Überraschungen und Geschenke für Hannes Mechler bei denen man gemerkt hat, dass sich da jemand wirklich viele Gedanken gemacht hat, wie man ihm für dies alles danken und richtig Freude bereiten kann.
